Assistenzhund im Geschirr mit Aufnäher und Kennzeichen liegt neben seinem Menschen
Assistenzhunde · Ablauf

Ablauf der Assistenzhund-Ausbildung

Von der ersten Anfrage bis zur Prüfung — und auch danach bleiben wir ansprechbar.

Die Ausbildung läuft in mehreren Schritten ab. Am Anfang stehen der Fragebogen, eine ausführliche Einschätzung und das Vorgespräch. Danach prüfen wir, ob du und dein Hund für die Assistenzarbeit geeignet seid und welche Hilfeleistungen dir im Alltag wirklich helfen. Daraus entsteht ein Ausbildungsplan mit klaren Inhalten und einem realistischen Zeitrahmen. Wir bilden in der Regel in Selbstausbildung aus: Du trainierst deinen eigenen Hund, wir leiten dich an. Eine Fremdausbildung oder eine Mischform ist nicht ausgeschlossen — sprich uns darauf an.

Vorgespräch: Passt ein Assistenzhund zu mir?

Passt der erste Eindruck aus Fragebogen und ausführlicher Einschätzung, folgt das offizielle Vorgespräch. Darin nehmen wir uns Zeit für deine Geschichte, deine Einschränkungen und deine Ziele. Wir schauen gemeinsam auf deinen Alltag: Wo hast du Barrieren, wo brauchst du Unterstützung, und in welchen Situationen könnte ein Assistenzhund dir konkret helfen?

Du erfährst, wie die Ausbildung abläuft, wie viel Zeit du einplanen solltest und welche Mitarbeit du mitbringen musst. Lebt schon ein Hund bei dir, besprechen wir, ob er grundsätzlich für die Assistenzarbeit geeignet sein kann. Wenn nicht, überlegen wir gemeinsam, welcher Hund zu dir passen würde — am besten, bevor er einzieht. Auf Wunsch helfen wir auch bei der Suche nach einem passenden Züchter.

Das Vorgespräch ist für dich eine ehrliche Orientierung und für uns die Grundlage, verantwortungsvoll zu entscheiden, ob eine Assistenzhund-Ausbildung der richtige Weg ist. Was es kostet, sagen wir dir vorher.

Eignungstest für Mensch und Hund

Vor Beginn der Ausbildung führen wir einen strukturierten Eignungstest durch. Dabei prüfen wir, ob dein Hund gesundheitlich geeignet ist und keine Ausschlussdiagnosen vorliegen, wie sie die Assistenzhundeverordnung beschreibt. Auch sein Verhalten ist wichtig: Stress- und Frustrationstoleranz, Umgang mit Menschen und anderen Hunden, Kooperationsbereitschaft und sicheres Verhalten im Alltag.

Genauso wichtig bist du: Wir schauen, ob du die nötigen Ressourcen und Unterstützung hast, um einen Assistenzhund dauerhaft tiergerecht zu halten und sicher einzusetzen. Das Ergebnis besprechen wir offen mit dir — nur wenn die Voraussetzungen auf beiden Seiten erfüllt sind, starten wir gemeinsam.

So prüfen wir: Unser Eignungstest umfasst 17 Einzeltests mit klarer Bewertungsskala — vom Kontakt mit fremden Personen über Umweltreize und Stresstoleranz bis zur Bindung zwischen dir und deinem Hund. Kein Bauchgefühl, sondern ein dokumentiertes Protokoll nach §§ 9 und 10 AHundV.

Individueller Ausbildungsplan

Jedes Team bekommt bei uns einen schriftlichen, individuellen Ausbildungsplan, der deine persönlichen Ziele mit den Inhalten der Assistenzhundeverordnung verbindet. Im Plan ist festgehalten, welche Hilfeleistungen dein Hund lernen soll, welche Grundlagen im Alltag wichtig sind und welche theoretischen Inhalte du als Halterin oder Halter brauchst.

Die Ausbildung wird laufend dokumentiert, sodass du jederzeit nachvollziehen kannst, was ihr erreicht habt und welche nächsten Schritte anstehen. So entsteht die Grundlage für die spätere Prüfung.

Training und Schulung der Zusammenarbeit

In der praktischen Ausbildung trainieren wir die Hilfeleistungen, die dein Hund für dich lernen soll, sein Verhalten im Alltag und eure Zusammenarbeit — tierschutzgerecht, mit positiver Verstärkung und in deinem Tempo. Dazu gehören Sozial- und Umweltverhalten, Gehorsam und das Verhalten an öffentlichen Orten und in Verkehrsmitteln.

Bei der Selbstausbildung schreibt die AHundV mindestens 60 Zeitstunden mit der Ausbildungsstätte vor, verteilt auf zwei Monate (§ 7 Abs. 2). Das ist die Untergrenze, nicht der Erfahrungswert: Plant mit etwa zwei Jahren von der ersten Stunde bis zur Prüfung. Ein Assistenzhund lernt keine Kunststücke, sondern Verhalten, das auch unter Belastung sicher abrufbar bleibt. Das braucht Wiederholung über Jahreszeiten, Orte und Situationen hinweg.

Die eigentliche Ausbildung beginnt frühestens, wenn dein Hund 15 Monate alt ist (§ 9 Abs. 2; Ausnahme bei Warn- und Anzeige-Assistenzhunden für Stoffwechselerkrankungen). Zur Prüfung muss er mindestens 21 Monate alt sein (§ 16 Abs. 2). Die Grundlagen könnt ihr schon vorher legen, etwa in unserer Welpen- und Junghundegruppe.

Euer Teambereich

Jedes Team bekommt einen eigenen, passwortgeschützten Online-Bereich, den wir selbst entwickelt haben und über den wir mit allen Teams arbeiten. Dort findet ihr euren Ausbildungs- und Trainingsplan, zu jeder Trainingseinheit ein Protokoll mit Ziel, Beobachtungen und Hausaufgaben (auch zum Ausdrucken), eure Hörzeichen und Hilfeleistungen, Videos, euren Notfallplan und den nächsten Termin. Fragen zwischendurch stellt ihr direkt dort — so geht nichts unter, und die Antwort steht bei eurem Team, nicht in einem Mailverlauf.

Die Nachweise, die für die Prüfung gebraucht werden, führen wir für euch in der Ausbildungsakte. Eine Kopie eures Ausbildungsnachweises bekommst du auf Wunsch jederzeit.

So müsst ihr nicht alles im Kopf behalten, und wir wissen vor jeder Stunde, wo ihr steht.

Prüfungsvorbereitung

Die Vorbereitung auf die Prüfung läuft im Training mit, in Theorie und Praxis: Verhalten in der Öffentlichkeit, Zuverlässigkeit der Hilfeleistungen, Stressstabilität — und alle organisatorischen Schritte. Wo und nach welchen Regeln die Prüfung abgelegt werden kann, hängt derzeit von der laufenden Gesetzesänderung ab — die ist beschlossen, aber noch nicht in Kraft. Wir sagen dir, was zum Zeitpunkt eurer Prüfung gilt.

Nachbetreuung — wir bleiben ansprechbar

Wenn nach der Prüfung Fragen oder Unsicherheiten auftauchen, sich euer Alltag verändert oder ihr etwas auffrischen möchtet, kannst du dich jederzeit an uns wenden. Wir empfehlen dir einen Check-Termin etwa zwölf Monate nach der Prüfung — ob du ihn wahrnimmst, entscheidest du.

Die Nachbetreuung ist ein freiwilliges Angebot auf Anfrage: telefonische oder schriftliche Beratung, nach Absprache per Video, Einzeltermine, Auffrischung oder Nachschulung. Bei Problemen im Team ordnen wir die Lage fachlich ein und empfehlen ein Vorgehen. Liegt die Ursache eher außerhalb des Trainings, etwa in der Gesundheit des Hundes, verweisen wir an Tierärzte oder andere Fachstellen. Termine vereinbaren wir nach Verfügbarkeit; Art, Umfang und Kosten besprechen wir vorher.

Die Verantwortung für das Team liegt bei dir: Du hältst den Trainingsstand, sorgst für die jährliche tierärztliche Untersuchung deines Hundes (§ 25 AHundV) und für rechtzeitige Verlängerungen. Für Krankheit oder Krisen empfehlen wir dir eine eigene Notfallregelung: Wer kann deinen Hund kurzfristig versorgen? Dabei beraten wir dich gern — die Versorgung selbst übernehmen wir nicht automatisch.

Bereit für den ersten Schritt?

Der erste Schritt ist unser Fragebogen. Danach melden wir uns und besprechen mit dir, ob und wie es für euch weitergeht.