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24.11.2024 16:20

Futterberechnung

Hundeernährung: Wissenswertes und Berechnungen

Einleitung

Die richtige Ernährung ist entscheidend für die Gesundheit und das Wohlbefinden deines Hundes. In diesem Artikel erfährst du, wie du die richtige Futtermenge für deinen Hund berechnest und welche wichtigen Begriffe du kennen solltest, um die Ernährung deines Hundes zu optimieren.


A. Welpen und wachsende Hunde

Berechnungsalternative nach Studie

Studie: Metabolisierbare Energieaufnahme und Wachstum von wachsenden Hunden in Privatbesitz im Vergleich zu den offiziellen Empfehlungen zur Wachstumskurve und Energieversorgung.

Autoren: Klein C, Thes M, Böswald LF, Kienzle E.

Quelle: J Anim Physiol Anim Nutr. 2019;103:1952–1958. https://doi.org/10.1111/jpn.13191

Zusammenfassung der Studie

Die Studie untersucht den Energiebedarf (ME) von 493 jungen Hunden im Vergleich zu offiziellen Empfehlungen (z.B. NRC 2006). Es zeigte sich, dass der tatsächliche Energieverbrauch der Hunde deutlich unter den empfohlenen Werten lag, insbesondere bei jüngeren Welpen. Die ME-Einnahme nimmt mit dem Alter ab und ist bei größeren Hunden höher. Eine lineare Gleichung wurde entwickelt, um den Energiebedarf basierend auf Körpergewicht und erwartetem Erwachsenengewicht zu berechnen.


Glossar

  • ME (Metabolisable Energy): Die verfügbare Energie aus der Nahrung nach Verdauung und Stoffwechselprozessen.
  • NRC (National Research Council): Organisation, die Standards für die Nährstoffbedarfsdeckung von Tieren entwickelt.
  • Körpergewicht (BW): Das tatsächliche Gewicht des Hundes.


Formel

ME = (1,063 - 0,565 × (aktuelles BW / erwartetes BW)) × (aktuelles BW)0,75


Dabei bedeuten:

  • aktuelles BW: Das aktuelle Körpergewicht deines Hundes.
  • erwartetes BW: Das erwartete Körpergewicht, wenn dein Hund ausgewachsen ist.
  • ME (MJ): Die umsetzbare Energie in Megajoule (MJ), die dein Hund täglich benötigt.


Schritt-für-Schritt Erklärung

Beispiel: aktuelles BW = 10 kg, erwartetes BW = 30 kg

 

  1. Berechnung des Verhältnisses: 10 / 30 = 0,3333
  2. Subtraktion innerhalb der Klammern: 1,063 - (0,565 × 0,3333) = 1,063 - 0,1883 = 0,8747
  3. Berechnung des aktuellen BW hoch 0,75: (10)0,75 = 5,6234
  4. Multiplikation der Ergebnisse: 0,8747 × 5,6234 = 4,92 MJ
  5. Also ergibt sich: ME = 4,92 MJ


Das ist die Menge an Energie, die dein Hund pro Tag benötigt. In der vereinfachten Schreibweise bedeutet das also:

ME = (1,063 - 0,565 × (10 / 30)) × 100,75


Berechnung der Futtermenge

Umrechnung MJ in kcal und tägliche Futtermenge

Um 4,92 Megajoule (MJ) in Kilokalorien (kcal) umzurechnen, kannst du die folgende Umrechnungsformel verwenden:

1 MJ entspricht etwa 239,005736 Kilokalorien.

kcal = 4,92 MJ × 239,005736 kcal/MJ ≈ 1.175,58 kcal

Schottischer Lachs mit Dill, Spinat, Fenchel, Spargel & Tomate hat 382 kcal pro 100g umsetzbare Energie.

Menge in g = (1.175,58 kcal / 382 kcal/100g) × 100 ≈ 308,42 g

Folglich beträgt die tägliche Futtermenge für einen Hund mit einem aktuellen Gewicht von 10 kg und einem erwarteten Erwachsenengewicht von etwa 30 kg rund 308 g pro Tag.


Alternative Methode: 2–3 % des Körpergewichts für Trockenfutter

Eine andere Methode zur Berechnung der Futtermenge ist, etwa 2–3 % des aktuellen Körpergewichts deines Hundes zu nehmen. Je nach Konstitution des Hundes kann hier wöchentlich gewogen und der Prozentsatz angepasst werden. Diese Methode gilt nur für Hunde, die ausschließlich Trockenfutter erhalten und kann als grobe Orientierung verwendet werden:


  • Bei 2 % des Körpergewichts (10 kg): 10 × 0,02 = 200 g
  • Bei 3 % des Körpergewichts (10 kg): 10 × 0,03 = 300 g


Hieraus ergibt sich ein Bereich von 200 bis 300 g Trockenfutter pro Tag. Diese Methode ist unkompliziert, berücksichtigt jedoch keine individuellen Faktoren wie Aktivitätslevel oder besonderen Energiebedarf bei kalten Temperaturen. Circa ab dem 11. Monat verringert sich der Prozentsatz in Schritten auf die bei ausgewachsenen Hunden groben 1,2 bis 1,5 % des aktuellen Körpergewichts.


B. Ausgewachsene Hunde

Berechnung und Zusammenfassung nach Fachliteratur

Quellen: Ernährung des Hundes, Helmut Meyer & Jürgen Zentek, 7. aktualisierte Auflage, ISBN 9783830412212


So berechnest du die richtige Futtermenge für deinen Hund

Die richtige Ernährung ist entscheidend für die Gesundheit deines Hundes. Doch wie viel Futter braucht ein Hund tatsächlich? Die Menge hängt von mehreren Faktoren ab: dem Körpergewicht, der Aktivität, dem Alter und dem Energiegehalt des Futters. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du die passende Futtermenge für deinen Hund berechnest und welche wichtigen Begriffe du für eine optimale Ernährung kennen solltest.


Wichtige Begriffe zur Hundeernährung  

Metabolische Körpermasse (kg0,75)

Die metabolische Körpermasse hilft dabei, den Energiebedarf eines Hundes unabhängig von seiner Größe besser einzuschätzen. Dabei wird das Körpergewicht zur Potenz 0,75 berechnet. Diese Potenz stammt aus der Forschung zur Stoffwechselrate von Tieren und ergibt sich aus dem sogenannten Kleiber-Gesetz. Es beschreibt, dass der Energiebedarf bei größeren Tieren relativ langsamer steigt als ihr Gewicht – also benötigen große Hunde im Verhältnis zu ihrer Körpermasse weniger Energie als kleine Hunde.

Die Berechnung erfolgt mit folgender Formel: Metabolische Körpermasse = Körpergewicht0,75        

Für einen ausgewachsenen Hund mit 17 kg ergibt sich: 170,75 ≈ 8,37        

Umsetzbare Energie (ME oder uE)

Die umsetzbare Energie beschreibt den Anteil der Energie, den der Hund tatsächlich aus dem Futter aufnehmen kann, nachdem Energieverluste durch Kot und Urin berücksichtigt wurden. Der Energiebedarf deines Hundes wird in der Regel in Megajoule (MJ) oder Kilokalorien (kcal) angegeben.


MJ und kcal

MJ (Megajoule) und kcal (Kilokalorie) sind Energieeinheiten. Für die Umrechnung zwischen beiden gilt:

1 kcal = 0,004184 MJ        

Das ist besonders wichtig, wenn der Energiegehalt auf dem Futter in kcal angegeben ist.
Ein Beispiel: Ein Futter mit 378 kcal pro 100 g entspricht etwa: 378 × 0,004184 ≈ 1,58 MJ 


Erhaltungsstoffwechsel
Der Erhaltungsstoffwechsel ist die Energiemenge, die ein Hund benötigt, um seine Körperfunktionen wie Atmung, Verdauung und Kreislauf ohne Gewichtszunahme oder -abnahme aufrechtzuerhalten. Für erwachsene Hunde im Erhaltungsstoffwechsel wird etwa 0,5 MJ pro kg0,75 an umsetzbarer Energie pro Tag veranschlagt.


So berechnest du die Futtermenge für deinen Hund

Die Berechnung der täglichen Futtermenge deines Hundes basiert auf dessen Energiebedarf und dem Energiegehalt des Futters. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Berechnung:

  1. Berechne den Energiebedarf deines Hundes

    Der Energiebedarf deines Hundes wird wie folgt berechnet:

    Energiebedarf (MJ) = 0,5 × Körpergewicht0,75


    Für unseren Beispielhund mit 17 kg:

    Metabolische Körpermasse = 170,75 ≈ 8,37        
    Energiebedarf = 0,5 × 8,37 ≈ 4,19 MJ            

  2. Berechne den Energiegehalt des Futters in MJ

    Angenommen, dein Futter hat einen Energiegehalt von 378 kcal pro 100 g. Dies entspricht etwa:

    378 × 0,004184 ≈ 1,58 MJ pro 100g

  3. Berechne die Futtermenge

    Jetzt können wir die benötigte Futtermenge berechnen, indem wir den Energiebedarf durch den Energiegehalt des Futters teilen:

    Futtermenge (g) = (Energiebedarf des Hundes (MJ) / Energiegehalt des Futters (MJ/100 g)) × 100
    Futtermenge (g) = (4,19 / 1,58) × 100 ≈ 265 g

    Das bedeutet, dass dein Hund bei diesem Futter etwa 265 g pro Tag benötigt.


Alternative Methode: 1,2–1,5 % des Körpergewichts für Trockenfutter

Eine andere Methode zur Berechnung der Futtermenge ist, etwa 1,2–1,5 % des aktuellen Körpergewichts deines Hundes zu nehmen. Diese Methode gilt nur für Hunde, die ausschließlich Trockenfutter erhalten und kann als grobe Orientierung verwendet werden:


  • Bei 1,2 % des Körpergewichts (17 kg): 17 × 0,012 = 204 g
  • Bei 1,5 % des Körpergewichts (17 kg): 17 × 0,015 = 255 g


Hieraus ergibt sich ein Bereich von 204 bis 255 g Trockenfutter pro Tag. Diese Methode ist unkompliziert, berücksichtigt jedoch keine individuellen Faktoren wie Aktivitätslevel oder besonderen Energiebedarf bei kalten Temperaturen.


Zusammenfassung: Was Hundehalter beachten sollten

  • Futtermenge individuell anpassen: Die genaue Futtermenge hängt vom Körpergewicht, Aktivitätslevel und dem Energiegehalt des Futters ab.
  • Nährwertangaben auf dem Futter beachten: Achte darauf, ob der Energiegehalt in kcal oder MJ angegeben ist und rechne entsprechend um.
  • Unterschiedliche Methoden ausprobieren: Die detaillierte Berechnung anhand des Energiebedarfs ist genauer, während die 1,2-1,5 %-Regel eine einfache Faustregel darstellt, besonders für Hunde, die ausschließlich Trockenfutter bekommen.


Die Berechnung der Futtermenge mag anfangs kompliziert wirken, gibt dir jedoch eine genaue Einschätzung, wie viel Futter dein Hund wirklich braucht. So kannst du Überfütterung und Gewichtsprobleme vermeiden und deinen Hund optimal versorgen.